Sklaverei und unfreie Arbeit lassen sich in nahezu allen Kulturen und Epochen der Menschheitsgeschichte nachweisen. In der Frühen Neuzeit gewann das Phänomen durch den transatlantischen Sklavenhandel sowohl quantitativ als auch qualitativ eine neue Dimension. Vor diesem Hintergrund will das Hauptseminar die vielfältigen Ausprägungen der Sklaverei im iberischen Atlantik zwischen ca. 1450 und 1888 in den Blick nehmen. Die Anfänge der Sklaverei im portugiesischen Atlantik vor der europäischen Entdeckung Amerikas sollen ebenso behandelt werden wie Wechselwirkungen und Verbindungen zwischen den seit der Antike existierenden Formen von Sklaverei im Mittelmeerraum und den neuen Formen der atlantischen Sklaverei sowie anderen Formen unfreier Arbeit im kolonialen Lateinamerika. Neben der Praxis der Sklaverei und ihren gesellschaftlichen Folgen werden auch zeitgenössische Debatten um die Rechtmäßigkeit von Sklaverei und Sklavenhandel, von der frühen Kritik im Kontext der spanischen Spätscholastik bis zum modernen Abolitionismus, in den Blick geraten.

Kurs im HIS-LSF

Semester: WT 2026/27