Autoritäre Tendenzen der Gegenwart konfrontieren Christ:innen mit fundamentalen Fragen. Sie stellen zugleich Grundannahmen christlicher Ethik auf den Prüfstand: Wann wird Gehorsam zur Komplizenschaft, wie verhält sich der Anspruch kirchlicher Autorität zu politischem Autoritarismus, und wie kann eine hierarchisch verfasste Kirche glaubwürdig gegen Autoritarismus Position beziehen? Vor allem aber: Welche theologischen Grundannahmen bergen selbst autoritäre Potenziale und welche Konzepte können gegen gegenwärtige autoritäre Dynamiken kritisch in Stellung gebracht werden?

Ausgangspunkt der Auseinandersetzung mit diesen und weiteren Fragen sind zwei konkrete Gedenkorte: Die Gedenkstätte Andreasstraße in Erfurt dokumentiert die autoritären Herrschaftspraktiken der DDR-Staatssicherheit und die Rolle der Kirche im SED-Staat. Die Villa ten Hompel in Münster zeigt als ehemaliger Sitz der Ordnungspolizei die Verstrickung staatlicher Institutionen und ihrer Mitarbeiter:innen – darunter viele Katholik:innen – in die NS-Verbrechen. Ausgehend von diesen beiden Erinnerungsorten wollen wir exemplarisch Strukturen autoritärer Herrschaft in ost- und westdeutscher Perspektive theologisch-ethisch reflektieren. Wie kann heutigen autoritären Tendenzen in Ost und West, in Politik und Kirche wirksam entgegen getreten werden und worin könnte ein Beitrag theologischer Ethik liegen. 

Blockseminar:

Online-Sitzung (Organisation und Einführung ins Thema): 20.10.2026: 18 – 20 Uhr

04.12. - 05.12.2026 Münster: 14-20h und 8-12h (incl. Besuch der Villa tel Hompel)

07.01. - 08.01.2027 Erfurt: 14-20h und 8-12h (incl. Besuch der Gedenkstätte Andreasstraße)

Online-Sitzung (Abschlussreflexion): 21.01.2027 18 – 20 Uhr 

Prof. Dr. Michelle Becka (Universität Münster)

Prof. Dr. Katharina Klöcker (Universität Erfurt)

Anmeldung bis 12. Oktober 2026 per Mail an: Katharina.Kloecker@uni-erfurt.de und m.becka@uni-muenster.de

 

 

 

Kurs im HIS-LSF

Semester: WiSe 2026/27