Das Ziel der Rede ist gemäß der <em>Rhetorik </em>des Aristoteles die Überzeugung. In der öffentlichen Kommunikation nahm die Rhetorik in der Antike entsprechend eine besonders wichtige Stellung ein. Erste Reden finden sich bereits in den homerischen Epen; die Göttin Peitho (Überredung) ist beinahe so alt wie die Welt selbst. Für die athenische Demokratie galten die Ideale der Isegorie und Parrhesie (Redefreiheit und Offenheit), und auch in Rom waren Reden im Senat, in der Volksversammlung oder vor Gericht ein probates Mittel politischer Kommunikation. In der Übung wird die Entwicklung der Redekunst exemplarisch nachvollzogen und die „Macht der Rede“ kritisch hinterfragt. Dabei werden sowohl antike Autoren konsultiert, die sich mit der Rhetorik als Kunstform auseinandergesetzt haben (z. B. Aristoteles, Quintilian), als auch einzelne erhaltene Reden beziehungsweise ausgewählte Abschnitte daraus in deutscher oder englischer Übersetzung analysiert. So erfahren wir, warum Herrscher oder Krieger bewundert, gehörnte Ehemänner bemitleidet, perfide Mörder bestraft oder leichtlebige Damen gefürchtet werden sollten. Ziel der Übung ist es, diese Quellengattung und ihre Wirkungsweise besser kennenzulernen. Willkommen sind alle, die Freude an der Erörterung antiker Reden, ihrer Wirkungsweise und ihrer Kontexte haben.</span></p>
- Lehrende/r: Katharina Johanna Wojciech