Unterhaltung spielt wohl im Leben aller Menschen eine wichtige Rolle, freilich lachen sie nicht zwingend über dieselben Dinge. Wie ist es aber, wenn man sich dem Humor antiker Menschen nähert? Manchmal – etwa bei Graffiti – hängt es stark von unserer Interpretation ab, ob eine Aussage aus der Antike überhaupt witzig gemeint war. Manchmal wiederum klingt das, was damals als „lustig“ gedacht war – etwa in einer Invektive –, für moderne Ohren eher wie eine Beleidigung. Vielfach gibt uns allerdings bereits die Gattung vor, dass die antiken Menschen über etwas lachen sollten. In der Übung werden deshalb exemplarisch die Komödien des Aristophanes, Menander und Plautus, die Epigramme des Martial sowie die Satiren aus der Feder von Horaz, Juvenal und Lukian besprochen. Dabei werden die Techniken herausgearbeitet, die Lachen erzeugen sollten, und die Intentionen der jeweiligen Autoren diskutiert. Ergänzend sollen auch Graffiti Auskunft über den Humor in der Antike geben und zeigen, wie schwierig es bisweilen ist, Humor aus der Retrospektive zu entschlüsseln. Ziel der Übung ist es, über den Humor Zugang zur Mentalität der griechischen und römischen Gesellschaften zu gewinnen. Die Kursteilnehmer:innen sollten daher Freude an der Arbeit mit antiken Texten (in deutscher oder englischer Übersetzung) mitbringen.</span></p>
- Lehrende/r: Katharina Johanna Wojciech