Gender Studies haben in den vergangenen Jahrzehnten an Relevanz und Beliebtheit gewonnen. Längst geht es dabei nicht mehr nur darum, Geschlecht als gesellschaftliches Konstrukt zu entlarven oder eine Geschichte der Frauen zu rekonstruieren. Ausgehend von den theoretischen Grundlagen der Gender Studies – etwa bei Judith Butler, Nina Degele, Monique Wittig u. a. – soll der Lektürekurs deren Anwendung und Mehrwert in den Altertumswissenschaften kritisch nachvollziehen. Zu diesem Zweck werden unterschiedliche Perspektiven der aktuellen althistorischen Genderforschung in den Blick genommen. Dazu gehören einerseits Konzepte von Weiblichkeit und Männlichkeit sowie sexuelle Identitäten und Orientierungen. Andererseits wird auch der Frage nachgegangen, inwiefern Phänomene wie Non-Binarität, Intersektionalität, Agender, Cross-Gender oder Transgender in der Antike überhaupt greifbar sind. Die Diskussion im Plenum basiert auf der Lektüre wissenschaftlicher Aufsätze sowie antiker Quellen (in deutscher oder englischer Übersetzung), die zur Veranschaulichung herangezogen werden. Ziel ist es, die Entwicklung der Gender Studies in den vergangenen Jahrzehnten nachzuvollziehen, das Potenzial dieses wissenschaftlichen Zugangs herauszuarbeiten, aber auch seine Grenzen und Desiderate zu benennen.</span></p>

Kurs im HIS-LSF

Semester: WT 2026/27