Griechische Inschriften wirken auf den ersten Blick für Studierende der Alten Geschichte unzugänglich: endlose Kolonnen manchmal nur wenige Millimeter großer Zeichen in einer fremdartig wirkenden Schrift. Um diesem „Problem“ zu begegnen, haben viele Wissenschaftler:innen in emsiger Arbeit in Corpora und digitalen Datenbanken Übersetzungen dieser Inschriften angefertigt, um sie auf diese Weise einem breiteren Kreis zugänglich zu machen. So kann diese Quellengattung eine ausgezeichnete Ergänzung zum Studium der Alten Geschichte bieten. Die „Mühe“ lohnt sich: Denn die Inschriften eröffnen uns Informationen, die sonst verlorengegangen wären – sie finden sich schlicht nicht in unserer literarischen Überlieferung. In der Übung werden exemplarisch wichtige Inschriften wie das Chalkis-Dekret, die „Gründungsurkunde“ des Zweiten Attischen Seebunds, das Edikt des Persicus, die Mysterien von Andania oder das Gymnasiarchengesetz von Beroia (in deutscher oder englischer Übersetzung) gelesen und ihre Bedeutung für das Studium der Antike – mit Schwerpunkt auf Klassik, Hellenismus und Hoher Kaiserzeit – analysiert. Daneben wird der Umgang mit den einschlägigen Inschriften-Datenbanken (v. a. IG, AIO, CGRN), die moderne Übersetzungen bieten, eingeübt. Für den Besuch der Übung sind keine Griechischkenntnisse erforderlich, wohl aber Freude an detaillierter Textarbeit.

Kurs im HIS-LSF

Semester: WT 2026/27