Die Vorlesung versucht zunächst eine Definition der Begriffe ”Sprichwort” und ”Sentenz” und verwandter Termini und beschäftigt sich im Anschluss mit den Bauprinzipien solcher Formen wiederholter Rede. Ein weiterer Abschnitt wird mittelalterlichen und humanistischen Sammlungen von Sprichwörtern und Sentenzen gewidmet sein, von den Proverbes au Vilain (frühes 13. Jh.) bis zu den Quatrains von Guy Du Faur de Pibrac (1574). Das Hauptziel der Vorlesung soll indes darin liegen zu beleuchten, wie Sprichwörter und Sentenzen im Mittelalter und der Renaissance rhetorisch und literarisch funktionalisiert wurden. Dabei soll das Hauptaugenmerk – anders als in der bedeutenden Untersuchung von E. Schulze-Busacker und der einschlägigen germanistischen Monographie von S. Reuvekamp – nicht auf der Epik bzw. dem höfischen Roman liegen, sondern auf kürzeren Textgattungen wie der Predigt, der Lyrik und der Emblematik.

 

Kurs im HIS-LSF

Semester: WT 2026/27