Ikonen gelten als besonders charakteristisch für die Kirchen der byzantinischen Tradition, sie genießen eine besondere Form der Verehrung und sind Teil der persönlichen und liturgischen Spiritualität. In der Kirchengeschichte hat die Frage, ob und wie Ikonen verehrt werden sollen, mehrfach zu Streit zwischen westlichen und östlichen Kirchen geführt. Die orthodoxe Ikonentheologie ermöglicht einen besonderen Zugang zu den orthodoxen Vorstellungen von Gott und vom Menschen. Was lässt sich darstellen, was bleibt verborgen, in welche Beziehung können Gott und Mensch treten? Ikonen haben jedoch auch immer ihre direkte spirituelle Funktion in der Liturgie und im persönlichen Gebet überschritten, wenn sie zum Symbol kirchlichen Selbstbewusstseins wurden. Dies reicht von lokalen wundertätigen Ikonen über die Nutzung von Ikonen im Krieg bis hin zur Frage nach modernen Adaptionen von Ikonen in gesellschaftspolitischen Kämpfen.

Kurs im HIS-LSF

Semester: WiSe 2026/27