Weibliche Sexualität ist heute sichtbarer denn je - und zugleich weiterhin Gegenstand
gesellschaftlicher Bewertung und Kontrolle.
Warum gilt bestimmte Sexualität als „normal“, während andere abgewertet oder als „zu
viel“ wahrgenommen wird?
Das Seminar untersucht aus soziologischer Perspektive, wie Sexualitätsnormen
entstehen, ungleich verteilt sind und gesellschaftlich durchgesetzt werden. Ausgehend
von Theorien etwa von Judith Butler und Norbert Elias werden Phänomene wie
Slutshaming, digitale Diskurse in sozialen Medien sowie popkulturelle Aushandlungen
analysiert.
Ein besonderer Fokus liegt auf der Frage, inwiefern sich diese Normen gegenwärtig
verändern und wie unterschiedliche soziale Positionen (etwa im Kontext von Geschlecht
oder queeren Perspektiven) die Wahrnehmung von Sexualität prägen.
Ziel ist es, ein kritisches Verständnis für die soziale Herstellung und Bewertung von
Sexualität zu entwickeln.
Das Seminar schließt an bestehende Lehrinhalte des Curriculums an, in denen Fragen
von Sexualität in unterschiedlichen theoretischen Kontexten (z.B. in der
Geschlechtertheorien oder Figurationstheorie) zwar wiederholt thematisiert werden,
jedoch bislang nicht systematisch als eigenständiger Analysegegenstand vertieft wurden.
Es bündelt diese punktuellen Bezüge und entwickelt sie zu einer eigenständigen
soziologischen Perspektive auf Sexualität.
- Lehrende/r: Pia Catherina Bresser
- Lehrende/r: Stefanie Ernst
- Lehrende/r: Tamara Schorge