In den 1960er und 1970er Jahren definieren sich lateinamerikanischen Filmschaffende neu: Weg von der prekären Imitation der Hollywood-Ästhetik und des europäischen Autorenfilms, hin zur kritischen Reflektion der eigenen politischen, gesellschaftlichen und ökonomischen Umstände. Das Nuevo Cine Latinoamericano politisiert sich, auch vor dem Hintergrund des Spannungsfelds zwischen Kaltem Krieg, kubanischer Revolution und Militärdiktaturen in Lateinamerika. Ausgehend von der gemeinsamen Lektüre der Manifeste des Tercer Cine werden wir im Seminar repräsentative Beispiele analysieren und zudem abschließend betrachten, welche programmatischen und filmästhetischen Aspekte bis heute Bestand haben. Wir beschäftigen uns mit Klassikern des politischen Kinos aus Lateinamerika, wie La hora de los hornos (Argentinien, 1968, Fernando Solanas/Octavio Getino), La batalla de Chile (Chile, 1975–1979, Patricio Guzmán) oder La nación clandestina (Bolivien, 1989, Jorge Sanjinés), aber z.B. auch mit neueren Produktionen von Patricio Guzmán, wie El botón de nácar (Chile, 2015) oder La cordillera de los sueños (Chile, 2019).
- Lehrende/r: Elmar Schmidt