Gräber, Bestattungsplätze und Totenrituale stellen überall dort, wo sie in reicher Anzahl erhalten sind, eine erstrangige Quelle dar, mehr über vorgeschichtliche Religion, Ideologie, Emotionen und soziale Konditionen (nach Hofmann) und deren Wandel zu erfahren. Der Umgang mit dem Tod und den Verstorbenen ist in menschlichen Gesellschaften ausgesprochen reich an Facetten. Jenseitserwartungen und Totenglaube, gesellschaftliche Konventionen und Rechtsvorschriften, aber auch Statusbedürfnisse und Repräsentationsgebaren bestimmen den Ablauf von Begräbnisritualen und Totenkult. Im Seminar wird ein theoretisch fundierter Überblick zum Thema Gräberanalyse geboten. Zudem werden diachron die mannigfachen Manifestationen von Totenritualen prähistorischer Gemeinschaften in Europa eingehender betrachtet.
- Lehrende/r: Ralf Gleser