America First, Brexit und der Kampf um die nationale Souveränität - Die gegenwärtige internationale Politik steht im Zeichen eines tiefgreifenden Wandels und sieht sich von dem Machtgewinn populistischer Akteur:innen zunehmend herausgefordert. Inwiefern prägen die vermeintlichen „Verlierer der Globalisierung“ den außenpolitischen Diskurs und die damit zusammenhängenden außenpolitischen Entscheidungen? Wie manifestiert sich populistische Außenpolitik (PFP) in den IB und prägt infolgedessen das internationale Machtgefüge und die damit zusammenhängende normative Werteordnung? Welches Mächtegefälle resultiert dabei aus rechts- und linkspopulistischen außenpolitischen Ansätzen?


Auf diese Fragen werden wir im Rahmen des Seminars, welches die Disziplin der Internationalen Beziehungen (IB) und Vergleichenden Politikwissenschaft kombiniert, versuchen Antworten zu finden. Das Seminar ergibt sich aus 14 einzelnen Sitzungen, die wöchentlich stattfinden werden. In den ersten fünf Sitzungen werden die nötigen theoretischen sowie methodischen Grundlagen vermittelt, damit die Studierenden anschließend die Fallstudien eigenständig (bzw. in Gruppen) durchführen können. Somit werden die jeweiligen Fälle mithilfe der vermittelten Analysekategorien und methodischen Zugänge hinsichtlich ihrer Außenpolitik untersucht. Die Analyse der Fälle erfolgt anhand eines einheitlichen Analyserasters, um die Vergleichbarkeit der Ergebnisse zu gewährleisten. Die Untersuchung erfolgt hierbei entsprechend einer dreistufigen Logik: Zunächst sollen die konkreten außenpolitischen Policies, die der PFP entsprechen, identifiziert und dargestellt werden (deskriptiv). Daraufhin sollen die Beweggründe für diese Policies ergründet (explikativ), sowie die politischen Implikationen auf institutioneller, diskursiver und individueller Ebene ermittelt und (kritisch) bewertet werden (evaluativ).


Das Ziel des Seminars ist es, Populismus nicht als isoliertes bzw. nationales Phänomen zu verstehen, sondern als transnationales. In diesem Zusammenhang soll ein Verständnis bezüglich der Konsequenzen für das globale Politikgeschehen und die IB geschaffen werden. Letztlich soll die PFP aus einer machkritischen Perspektive beurteilt werden, indem das Spannungsfeld zwischen dem populistischen Versprechen eines Souveränitätsgewinns und der Gefahr einer autoritären Wende hin zu einer post-liberalen Weltordnung beleuchtet wird.

 


Studienleistung: Studentische Präsentation eines Fallbeispiels

Prüfungsleistung: Studentische Präsentation eines Fallbeispiels + Essay (Wortanzahl basierend auf der jeweiligen Prüfungsordnung)

Kurs im HIS-LSF

Semester: WT 2026/27