Die deutsche Wohlfahrtspflege ist historisch stark durch die freie Trägerschaft, das Subsidiaritätsprinzip und die enge Verzahnung von Staat und Wohlfahrtsverbänden geprägt. Seit den 1990er Jahren treten neben den etablierten Verbänden zunehmend neue Akteur:innen in Erscheinung, darunter private Anbieter, migrantische Selbstorganisationen und seit einigen Jahren zunehmend auch muslimische Wohlfahrtsanbieter. Das Seminar fragt, wie sich diese Öffnung gestaltet und wo ihre Grenzen liegen. Nach einem historischen Einstieg in die Entstehung der deutschen Wohlfahrt und die Rolle der Zivilgesellschaft nimmt das Seminar migrantische und religiöse Organisationen in den Blick, bevor es sich am Beispiel der Geflüchtetenarbeit der Rolle muslimischer Wohlfahrtsanbieter widmet. Leitend ist die Frage, inwiefern wir heute von pluralen Wohlfahrtsstrukturen in Deutschland sprechen können und welche Anerkennungs- und Etablierungshürden dabei bestehen bleiben.

Kurs im HIS-LSF

Semester: WT 2026/27