Dieses Hauptseminar setzt sich mit der Rezeption der Liturgiereform auseinander, die vielfach als Bruch mit der vorkonziliaren Liturgie ("Alte Messe") wahrgenommen wird. Im Mittelpunkt steht die Frage, inwiefern der aktuelle Messordo ("Neue Messe") und die vorkonziliare Liturgie gegeneinander (kirchenpolitisch) ausgespielt werden. Darüber hinaus wird diskutiert, in welchem Maß der gegenwärtige Messordo durch die Liturgiereform tatsächlich verändert wurde und ob traditionelle Elemente der vorkonziliaren Liturgie als aufgegeben gelten können. Schließlich wird der Frage nachgegangen, welche Faktoren zur anhaltenden Attraktivität der Alten Messe beitragen und welche Ansätze geeignet sein könnten, die gegenwärtige Spannungen im Umgang mit der Liturgie zu entschärfen. Im Rahmen des Hauptseminars ist geplant, gemeinsam die „Alte Messe” in St. Aegidii in Münster zu besuchen (an einem Freitag oder Sonntag im Wintersemester). Darüber hinaus soll ein Priester den aktuellen Messordo in lateinischer Sprache feiern. Die Teilnahme an beiden Gottesdiensten ist für die wissenschaftliche Untersuchung vorgesehen, kann jedoch aus religiösen Gründen nicht verpflichtend gemacht werden.

Kurs im HIS-LSF

Semester: WT 2026/27