„Piraten von Tortuga essen donnerstags Schildkröten mit Himbeereis“ – diese Äußerung verstehen Sie vermutlich ohne jegliche Mühe, obwohl Sie ihr wahrscheinlich noch nie zuvor begegnet sind. Doch wie ist es möglich, dass wir sprachliche Äußerungen verstehen, denen wir zum ersten Mal begegnen?
Eine zentrale Rolle spielt dabei die Bedeutung der in ihnen enthaltenen sprachlichen Ausdrücke. Doch worin besteht die Bedeutung eines sprachlichen Ausdrucks – etwa die Bedeutung eines Eigennamens wie „Tortuga“? Wodurch wird bestimmt, dass sprachliche Ausdrücke die Bedeutung haben, die sie haben? Und was gehört außer dem Erfassen ihrer Bedeutung noch zum Verstehen sprachlicher Äußerungen?
Diesen und weiteren Grundfragen der Sprachphilosophie widmet sich die Vorlesung. Wir werden einflussreiche Ansätze aus den Bereichen der Semantik und Pragmatik kennenlernen. Im Mittelpunkt der Semantik steht die Frage nach der Bedeutung sprachlicher Ausdrücke und danach, wie sich die Bedeutung komplexer Ausdrücke aus der Bedeutung ihrer Bestandteile und ihrer syntaktischen Anordnung ergibt. Die Pragmatik untersucht dagegen, was neben der Bedeutung sprachlicher Ausdrücke noch erfasst werden muss, um sprachliche Äußerungen zu verstehen. Die Vorlesung bietet einen fundierten Einstieg in zentrale Ansätze beider Bereiche der Sprachphilosophie.
- Lehrende/r: Katharina Felka