In diesem Seminar beschäftigen wir uns mit qualitativen Methoden, die speziell für die Analyse digitaler Medieninhalte, -anwendungen und von Online-Communities konzipiert worden sind. Wir beginnen mit einer Auffrischung der Grundlagen qualitativer Forschung und der Merkmale des qualitativen Forschungsprozesses. Außerdem diskutieren wir, was Online-Umgebungen als Forschungsfeld und als Kontext von Datenerhebungen kennzeichnet und wie sie sich von anderen Erhebungssettings unterscheiden. Im Anschluss lernen wir verschiedenen Verfahren qualitativer Online-Forschung kennen, etwa Online-Ethnografien, Methoden zur Analyse von Apps oder zur Untersuchung der Kommunikation auf Social Media. Wir reflektieren methodologisch ihre Anwendungsfelder und grenzen Potenziale und Limitationen verschiedener Verfahren gegeneinander ab. Im Zentrum steht die Frage, wie sich digitale Inhalte, ihre Entstehungsbedingungen und die Bedeutungen untersuchen lassen, die Nutzer*innen ihnen zuschreiben.

Anhand eines Fallbeispiels erproben die Studierenden in einer eigenen Erhebung, wie empirische Forschung in digitalen Umgebungen praktisch umgesetzt werden kann. Wir präsentieren uns gegenseitig die Ergebnisse dieser Untersuchungen, diskutieren unsere forschungspraktischen Erfahrungen und reflektieren sie. Darauf aufbauend reflektieren wir, welche Leistungen qualitative Online-Analysen erbringen können und welche Limitationen damit verbunden sind.

Das Seminar vermittelt damit sowohl methodologische Grundlagen als auch praktische Erfahrungen, die für die eigenständige Untersuchung aktueller Phänomene digitaler Kommunikation relevant sind.

Studienleistung: Vorstellung einer Forschungsmethode im Seminar, Mitarbeit an einer Forschungsarbeit, Präsentation der Forschungsergebnisse

Prüfungsleistung: gemeinsamer Forschungsbericht als Arbeitsgruppe

 

Kurs im HIS-LSF

Semester: WT 2026/27