Sportberichterstattung war nie nur Sport. Politisierung – verstanden als der Prozess, durch den etwas, das zuvor nicht Gegenstand politischen Handelns war, eben dies wird (Palonen et al., 2019) – lässt sich im Sport seit Jahren beobachten: Politische Symbole und Botschaften nehmen in der Sportwelt spürbar zu (Nieland, 2023). Megaevents wie Fußball-Weltmeisterschaften fungieren dabei als besondere Bühnen, auf denen gesellschaftliche Konflikte sichtbar werden (Nieland, 2021; Petty & Pope, 2019).

Spätestens die WM 2022 in Katar hat gezeigt, wie stark politische Themen – Menschenrechte, Aktivismus, institutionelle Zensur – die Berichterstattung prägen können. Athletinnen und Athleten agieren dabei zunehmend als politische Akteur*innen, auch wenn Sponsorenabhängigkeiten eigene politische Äußerungen erschweren können (Cunningham & Regan, 2012).

In diesem Seminar untersuchen wir, wie deutsche Medien auf verschiedenen Kanälen über die WM 2026 berichten – und inwiefern sich sportliche Leistung und politische Inszenierung in der Berichterstattung überlagern. Die Teilnehmenden konzipieren eigene Forschungsprojekte, die mit selbst durchgeführten Inhaltsanalysen bearbeitet, ausgewertet und in einem Projektbericht zusammengefasst und reflektiert werden.

Leistungsanforderungen

Der erfolgreiche Abschluss des Seminars setzt folgende Leistungen voraus:

  • Regelmäßige aktive Mitarbeit im Seminar
  • Durchführung eines Forschungsprojekts in Gruppen
  • Zwischenpräsentationen zu den einzelnen Stufen des Forschungsprozesses
  • Abschlusspräsentation der Ergebnisse
  • Anfertigen eines Forschungsberichts über 8-10 Textseiten pro Person

Kurs im HIS-LSF

Semester: WiSe 2026/27