Der Glaube lebt und kommt zustande im Bezug auf Vermittlungen: prominent in den Dimensionen von Schrift/Wort und Symbol/Ritual – aber nicht nur. Die Vorlesung sucht nach den Grundkategorien, um diese Vermitteltheit angemessen zu interpretieren (Zeugnis, Gedächtnis, Symbol), und fragt nach der spezifischen Qualität der Medien dieser Vermittlung. Insbesondere werden die Dimensionen der Textualität und des Symbolisch-Sakramentalen vertieft sowie deren anthropologische Verortung thematisiert. Denn als Geschehen einer selbstverantworteten und schöpferischen Antwort ist der Lebensvollzug im Glauben einerseits auf das Zeugnis der gründenden sowie heraus- und aufrufenden Ereignisse (die Geschichte des Bundes mit Israel und die Geschichte Jesu Christi) angewiesen, andererseits wird er erst in Gesten und Praktiken, in denen sich diese Antwort artikuliert, wirklich. Im Vollzug dieser Antwort gewinnt das glaubende Subjekt eine neue Selbstidentifikation und verleiht dem Glauben Gestalt.

Kurs im HIS-LSF

Semester: WiSe 2026/27