Die Vorlesung bietet einen Entwurf der Fundamentaltheologie als kritische Theorie des Glaubensvollzugs an. Glaube wird christlich als integraler Akt aufgefasst: als Synthese der humanen Vollzüge nach dem Maßstab der Beziehung des Sohnes zum Vater im Geist, vermittelt
durch die im Geist gewährte eigenständige und schöpferische Teilhabe an der Freiheit und Geschichte Jesu Christi.
Im Glauben erschließt sich Gott als die schlechthin vertrauenswürdige Wirklichkeit, die den Menschen in seinem Selbst-, Sozial- und Weltbezug neu eröffnet. Theologisch stellt sich die Aufgabe eines kritischen Aufweises der Universalität, der humanen Relevanz und der rationalen Zulässigkeit dieses Glaubens im Kontext einer autonomen und selbstreflexiven Moderne.
Diese Bestimmung und Auslegung des Glaubens muss mit einem Begriff autonomer Freiheit kompatibel sein und vollständig durch freie Vernunft denkbar bleiben – als Selbstreflexion des Humanen, um das es geht, und als Ausdruck seines Anspruchs.

Kurs im HIS-LSF

Semester: WiSe 2026/27