Es ist ein alltägliches Phänomen, dass wir verschiedener Meinung sind. Gerade wir Philosoph*innen verstehen es, notorisch uneins zu sein. Was erstmal unschuldig scheint, ist jedoch erkenntnistheoretisch gar nicht so trivial. Denn können wir überhaupt vernünftigerweise verschiedener Meinung sein? Was folgt aus der Tatsache einer Meinungsverschiedenheit für rationale Akteur*innen? Wie sollten wir uns im Falle von Meinungsverschiedenheiten (epistemisch) verhalten? Dürfen wir an unseren Überzeugungen überhaupt unverändert festhalten? Und gilt dies für alle Meinungsverschiedenheiten gleichermaßen? Im Seminar werden wir diese Frage- und Problemstellungen zunächst unter Bezug auf erkenntnistheoretische Diskurse rund um das Stichwort ‚Disagreement‘ erschließen und diskutieren, um dann anschließend den Blick ebenso auf die Implikationen derartiger Debatten für politische oder bildungsbezogene Kontexte zu richten.
- Lehrende/r: Jule Bärmann