Neapel ist die größte Metropole Süditaliens. Die Stadt am Golf ist ein Sehnsuchtsort, der durch Reisebeschreibungen wie diejenige Goethes einen festen Platz in der kollektiven Vorstellungswelt der Europäer eingenommen hat. Neapel erscheint darin stets als eine Stadt der Gegensätze, in der Reichtum und Armut, Heiliges und Profanes, Schönheit und Brutalität aufeinanderprallen. In ihrer historischen Schichtung überlagern sich Antike, Mittelalter, Neuzeit und Moderne wie ein Palimpsest. Walter Benjamin hat Neapel als „Stadt des Porösen” beschrieben: „In allem wahrt man den Spielraum, der es befähigt, Schauplatz neuer unvorhergesehener Konstellationen zu werden. Man meidet das Definitive, Geprägte. Keine Situation erscheint so, wie sie ist, für immer gedacht, keine Gestalt behauptet ihr »so und nicht anders«.”

 

Kurs im HIS-LSF

Semester: WiSe 2026/27