„Die Geldmittel, die durch ‚Privatisierung‘ aller ökonomischen Wertschöpfungsprozesse von unten nach oben umverteilt werden, stehen, entgegen vieler Illusionen, nicht mehr für Projekte einer ‚gerechten‘ Umverteilung zur Verfügung. Dieser akkumulierte Reichtum wird vielmehr eingesetzt und verbraucht, um das System der Demokratie in ein System der Herrschaft der Geldmächtigen umzuwandeln und zu stabilisieren.“ (Krsymanski 2004, S. 733).
Sei es im Missbrauchsskandal rund um Jeffrey Epstein und Ghislaine Maxwell, in Bezug auf die Rolle der amerikanischen Techmilliardäre bei der Aushöhlung der Demokratie oder Diskussionen um die Bedeutung der Reichen und Mächtigen für eine sozial-ökologische Transformation der Gesellschaft – die Netzwerke der Machteliten rücken aktuell wieder verstärkt ins Zentrum der öffentlichen Aufmerksamkeit. Doch was hat die Soziologie eigentlich zu diesen Debatten beizutragen?
Im Rahmen dieses Einführungsseminars wird in einem ersten Schritt in verschiedene Elitentheorien (klassische Elitetheorie, Theorie der Funktionseliten und Theorien der Machtelite) sowie verschiedene Machtkonzepte eingeführt. In einem zweiten Schritt werden wir aktuelle empirische Forschung zu Rate ziehen, um die Frage zu untersuchen, inwiefern die in den Theorien enthaltenen Machtzuschreibungen sich als haltbar erweisen. Im dritten Teil des Seminars werden wir einzelne Elitennetzwerke näher analysieren.
- Lehrende/r: Björn Wendt