Die Veranstaltung findet in Kooperation mit Anton Terhechte vom Ostasiatischen Seminar - Institut für Sinologie, FU Berlin, sowie dem Institut für Sinologie und Ostasienkunde, Uni Münster, statt. Termine: (1) 21.10.26, 18-20; (2) 28.10.26, 18-20; (3) Block: FR 6.11., 14-18 und SA 7.11., 9-13; (4) 18.11.26, 18-20; (5) 02.12.26, 18-20; (6) 09.12.26, 18-20; (7) 16.12.26, 18-20; (8) Block an FU Berlin: FR 15.01., 14-18 und SA 16.01., 9-13; (9) 27.01.26, 18-20.

In dem Lektüreseminar lesen und diskutieren wir das Buch „Propheten und Befreiung” (Xianzhi yu jiefang 先知与解放) (2024) des bekannten chinesischen muslimischen Autors Zhang Chengzhi (geb. 1948).

In diesem Buch hat er in drei Teilen interkulturelle theologische Reflexionen zu Buddhismus, Christentum und Islam zusammengefasst. Der erste Teil konzentriert sich auf den japanischen Mönch Honen (1133-1212), der durch seine radikalen Reformen zu einem der Gründer der Schule des reinen Landes in Japan wurde. Zhang sieht in seiner Vereinfachung der buddhistischen Praxis eine Hinwendung zu den Armen der Unterschichten. Gleichzeitig zieht er Parallelen zwischen Islam und Buddhismus. Der zweite Teil ist der Person Jesu Christi gewidmet, in den Augen von Zhang ein faszinierender Prophet der Armen und Diskriminierten. Zhang’s feine Beobachtungen stützen sich vor allem auf die Analyse des Markus-Evangeliums durch Arai Sasagu (1930-2024), einen japanischen Experten zum frühen Christentum. Während Jesus (‘Isa) im Glauben des Qur’an eben einer der wichtigen Propheten ist, entfaltet Zhang Chengzhi einen wissenschaftlich vertretbaren, und doch sehr persönlichen Zugang zur sozialkritischen Botschaft des Mannes aus Galiläa. Der dritte Teil ist eine Sammlung aus vier Essays, zuerst Zhang’s Interpretationen von bestimmten Qur’anversen, die ihm wichtig sind, dann Meditationen zu seiner Pilgerreise nach Mekka, Gedanken zu einem traditionellen Reuegebet in China, und ein Bericht zur Entdeckung eines muslimischen Manuskripts aus dem 19. Jahrhundert. Zhang, der seit 1984 viele muslimische Dörfer in China besucht hat und gleichzeitig offen zugibt, dass sein Denken von Gustavo Gutierrez (1928-2024) inspiriert ist, führt den Leser in seine engagierte Spiritualität als moderner Glaubender ein. Man könnte das Werk als eine Art ”chinesischer interreligiöser Befreiungstheologie” sehen. Zhang schreibt authentisch aus seinem islamischen Glauben heraus, ist dabei aber auch radikal sozialkritisch und wissenschaftlich modern.

In dem Lektüreseminar lesen und diskutieren wir das Buch „Propheten und Befreiung“ (Xianzhi yu jiefang 先知与解放) (2024) des bekannten chinesischen muslimischen Autors Zhang Chengzhi (geb. 1948).

In diesem Buch hat er in drei Teilen interkulturelle theologische Reflexionen zu Buddhismus, Christentum und Islam zusammengefasst. Der erste Teil konzentriert sich auf den japanischen Mönch Honen (1133-1212), der durch seine radikalen Reformen zu einem der Gründer der Schule des reinen Landes in Japan wurde. Zhang sieht in seiner Vereinfachung der buddhistischen Praxis eine Hinwendung zu den Armen der Unterschichten. Gleichzeitig zieht er Parallelen zwischen Islam und Buddhismus. Der zweite Teil ist der Person Jesu Christi gewidmet, in den Augen von Zhang ein faszinierender Prophet der Armen und Diskriminierten. Zhang’s feine Beobachtungen stützen sich vor allem auf die Analyse des Markus-Evangeliums durch Arai Sasagu (1930-2024), einen japanischen Experten zum frühen Christentum. Während Jesus (‘Isa) im Glauben des Qur’an eben einer der wichtigen Propheten ist, entfaltet Zhang Chengzhi einen wissenschaftlich vertretbaren, und doch sehr persönlichen Zugang zur sozialkritischen Botschaft des Mannes aus Galiläa. Der dritte Teil ist eine Sammlung aus vier Essays, zuerst Zhang’s Interpretationen von bestimmten Qur’anversen, die ihm wichtig sind, dann Meditationen zu seiner Pilgerreise nach Mekka, Gedanken zu einem traditionellen Reuegebet in China, und ein Bericht zur Entdeckung eines muslimischen Manuskripts aus dem 19. Jahrhundert. Zhang, der seit 1984 viele muslimische Dörfer in China besucht hat und gleichzeitig offen zugibt, dass sein Denken von Gustavo Gutierrez (1928-2024) inspiriert ist, führt den Leser in seine engagierte Spiritualität als moderner Glaubender ein. Man könnte das Werk als eine Art “chinesischer interreligiöser Befreiungstheologie” sehen. Zhang schreibt authentisch aus seinem islamischen Glauben heraus, ist dabei aber auch radikal sozialkritisch und wissenschaftlich modern.

Kurs im HIS-LSF

Semester: WT 2026/27