S Urbane Transformationen - Soziale Praktiken und stadtpolitische Diskurse WiSe 2026/27, Petra Lütke
Im Seminar untersuchen wir urbane Transformationen als Prozesse, in denen Machtverhältnisse im städtischen Raum reproduziert und verschoben werden. Wir analysieren, wie stadtpolitische Narrative genutzt werden, um bestimmte Entwicklungswege zu legitimieren und andere soziale Gruppen zu marginalisieren. Dabei hinterfragen wir die Produktion von Raum und fragen konkret, wessen Interessen aktuelle Transformationsstrategien eigentlich bedienen. Ein Kernpunkt ist die Untersuchung sozialräumlicher Disparitäten und der Mechanismen, die zu systematischer Exklusion und Verdrängung führen. Unter Nutzung der Sozialraum- und Segregationsforschung legen wir die strukturellen Ursachen sozialer Ungleichheit offen und reflektieren die Konstruktion von Sozialräumen als Ergebnis von Machtkämpfen. Besonders die Kommerzialisierung des Wohnraums und stadtplanerische Interventionen werden im Hinblick auf die soziale Fragmentierung der Stadt diskutiert. Urbane Transformationen werden hier nicht als neutrale Entwicklungen, sondern als Resultat politischer und ökonomischer Interessenkonflikte gedeutet. Wir betrachten gesellschaftliche Praktiken sowohl als Stütze bestehender Machtstrukturen als auch als Form des Widerstands gegen eine exkludierende Stadtpolitik. Ziel ist es, urbane Transformationsprozesse dekonstruieren zu können und die damit verbundenen sozialen sowie räumlichen Ungerechtigkeiten kritisch zu bewerten.
- Lehrende/r: Petra Lütke