Wer entscheidet, was als Wissen gilt – und was als Irrglaube, Desinformation oder legitime Alternative? Das Seminar beschäftigt sich mit der Frage, wie Medien die Grenzen zwischen anerkannten und umstrittenen Wissensformen ziehen. Anhand aktueller Fallbeispiele wie Esoterik, ideologischen Gruppen oder Verschwörungserzählungen untersuchen wir, wie Mainstream- und alternative Medien unterschiedliche Wahrheitsansprüche, Expert*innenrollen und Formen von Evidenz konstruieren. Unter alternativen Medien werden Medienangebote verstanden, die eine vermeintliche und/oder (selbst-)wahrgenommene Korrektur darstellen und der generellen Tendenz des öffentlichen Diskurses entgegenstehen in einem gegebenen Mediensystem (Holt et al., 2019). Im Mittelpunkt stehen Konzepte wie Boundary Work, epistemische Autorität und Wissensproduktion sowie deren Bedeutung für öffentliche Debatten.
Ziel des Seminars ist es, ein vertieftes Verständnis dafür zu entwickeln, wie mediale Grenzziehungen gesellschaftliche Vorstellungen von Wahrheit, Glaubwürdigkeit und Legitimität prägen. Dabei wird insbesondere der Journalismus nicht nur als Vermittler von Wissen, sondern als zentraler Akteur bei der Aushandlung gesellschaftlicher Wirklichkeit betrachtet. Darüber hinaus diskutieren wir, welche Folgen diese Grenzziehungen für demokratische Öffentlichkeiten und den Umgang mit kontroversem Wissen haben.
Zu der Studienleistung in diesem Seminar gehört ein Referat und zur Prüfungsleistung eine Hausarbeit.
- Lehrende/r: Anna Davydova