Das Seminar führt in qualitative Methoden der empirischen Sozialforschung am Beispiel multipler Beheimatungsprozesse in der postmigrantischen Gesellschaft ein.

Ausgangspunkt sind gesellschaftliche Transformationsprozesse wie Migration, Globalisierung und Digitalisierung, die die Bedingungen, ein Zuhause zu finden und zu gestalten, maßgeblich prägen. In der Forschung wird „Zuhause“ bzw. „Heimat“ nicht als gegeben oder territorial fixiert verstanden, sondern als aktiver, multilokaler und multidimensionaler Aneignungs- und Gestaltungsprozess ‚von unten‘ (Home Making), der von sozialen Aushandlungen sowie strukturellen und räumlichen Faktoren bedingt wird und auch Erfahrungen von Verlust oder Verwehrung eines Zuhauses umfassen kann (Home Unmaking).

Im Anschluss an die inhaltliche Einführung werden qualitative Methoden zur Beforschung von Home (Un-)Making vermittelt und unmittelbar praktisch erprobt. Im Zentrum steht das leitfadengestützte Interview: von der Entwicklung eigener Fragestellungen über die Erarbeitung von Leitfäden bis hin zur Durchführung erster Interviews im und außerhalb des Seminars. Die erhobenen Daten werden gemeinsam reflektiert, transkribiert und ausgewertet: Hierbei erfolgt eine Einführung in die computergestützte Auswertung mit MAXQDA sowie in grundlegende Analyseverfahren der Grounded Theory, ergänzt mit praktischen Übungen am eigenen Interviewmaterial.

Kurs im HIS-LSF

Semester: WiSe 2026/27