Angesichts technologischer Disruptionen und ökologischer Krisen ist die Produktion von Wissen untrennbar mit politischen Machtprozessen verknüpft. Das Masterseminar analysiert die Funktion wissenschaftlicher Akteure in der Wissensproduktion und beleuchtet das Postulat der wissenschaftlichen Neutralität. Unter Rückgriff auf klassische sowie aktuelle Literatur der Science and Technology Studies (STS) wird untersucht, wie Wissen in Laboren, politischen Gremien und gesellschaftlichen Diskursen konstruiert und womöglich instrumentalisiert wird. Die theoretische Auseinandersetzung umfasst insbesondere die Logik der Versicherheitlichung (Securitization), die Problematik technologischer Fixes am Beispiel des Climate Engineering sowie feministische Erkenntnistheorien zur Dekonstruktion traditioneller Objektivitätsbegriffe und technologischer Entwicklungen.

 

Im Zentrum des Seminars steht der Erwerb spezifischer analytischer und reflexiver Kompetenzen. Die Studierenden können Machtverhältnisse innerhalb der Wissensproduktion erkennen, dekonstruieren und systematisieren. Durch die Synthese von Theorie und Fallstudien wird die Kompetenz entwickelt, das Spannungsfeld zwischen technokratischer Steuerung und demokratischer Legitimation innerhalb von Nachhaltigkeitsprozessen kritisch zu bewerten. Zudem wird die interdisziplinäre Synthesefähigkeit gestärkt, indem politikwissenschaftliche Governance-Ansätze mit wissenschaftstheoretischen Ansätzen verknüpft wird. Die Studierenden recherchieren aktuelle Beispiele, die sie vor dem Hintergrund der erworbenen Ansätze untersuchen und im Plenum diskutieren.

Kurs im HIS-LSF

Semester: WT 2026/27