In diesem Proseminar widmen wir uns der Theaterform, die spätestens seit Martin Esslins gleichnamiger Publikation aus dem Jahr 1961 als Théâtre de l’absurde bekannt geworden ist. Die Spielarten des Absurden brechen radikal mit den bisherigen Theaterkonventionen und rücken das vermeintlich Sinnlose in künstlerischer Bearbeitung ins Zentrum der Aufmerksamkeit. Präsentiert werden dem Publikum grotesk-komische Handlungen, überzeichnete Figuren und irreale Szenerien, die geltende Ordnungen subversiv unterlaufen und philosophische Debatten eröffnen.

Nach einer terminologischen Einführung und einer Abgrenzung sowie einer Diskussion um die Begriffe der Avantgarde, des Absurden, des Nouveau théâtre oder auch des anti-théâtre werden wir uns die historischen und philosophischen Kontexte der Zeit erschließen, um uns ausgehend von Alfred Jarrys Ubu roi (1896), dem absurden Stück avant la lettre, der praktischen Dramenanalyse zu widmen. Anhand kanonischer Autoren wie Samuel Beckett, Arthur Adamov und Eugène Ionesco untersuchen wir die Spielarten des Absurden und richten den Blick auf existenzialistische Debatten des 20. Jahrhunderts, die sich in den Dramentexten niederschlagen. Im Verlauf des Seminars werden wir immer wieder Fragen und Möglichkeiten der Inszenierung streifen und in diesem Rahmen kleinere Exkursionen in die Theater der Region unternehmen.

Kurs im HIS-LSF

Semester: WiSe 2026/27