Nicht nur in Deutschland entwickelten sich seit 1945 verschiedene Formen der ”Vergangenheitsbewältigung” und Strategien der ”Vergangenheitspolitik”, sondern auch etwa in Italien, Frankreich und den Niederlanden, schließlich in Ländern, die sich nicht am Nationalsozialismus abarbeiteten mußten wie etwa in Spanien nach Franco, Portugal nach Salazar und der Türkei, wo der Völkermord an den Armeniern 1915/1916 bis heute negiert wird. Das Seminar, das sich indes auf Deutschland konzentriert, berücksichtigt die europäisch vergleichende Perspektive und prüft verschiedene Ebenen, die den Umgang mit der jeweiligen Vergangenheit und die Mechanismen der Erinnerungsverfertigung reflektieren: Politik und Symbolpolitik, Medien und Literatur, Rechtswesen, Theologie und Kirche, Schule und Universität. Es wird erwartet, dass zur ersten Sitzung aus dem neuen, unten angegebenen Werk von Trentmann die knapp 250 Seiten S. 11-35, 83-110, 130-304, 722-733, 897-908 bereits gelesen sind, damit wir sogleich in die Diskussion einsteigen und Sie bei einer Interessenerhebung (1. Sitzung) Ihre Meinung und ein informiertes Urteil dazu abgeben können. Eine begrenzte Anzahl dieses Titels wurde vorsorglich bei der bpb bestellt und kann für 7,50 Ⓤ bei Frau Enzmann (Fürstenberghaus 137) abgeholt werden.

Kurs im HIS-LSF

Semester: WiSe 2026/27