Die Ende 1870 gegründete Zentrumspartei geriet gleich nach der Reichsgründung 1871 in den Strudel des Kulturkampfes und wurde, hauptsächlich von Katholiken gewählt, über weite Strecken zur zweitstärksten Partei des Reichstages. In der Weimarer Republik war sie an den meisten Regierungen beteiligt – aus der Schule bekannt ist sicher noch Reichskanzler Heinrich Brüning –, bis sie im Juli 1933 als letzte demokratische Partei zur Auflösung gezwungen wurde. Warum hieß das Zentrum Zentrum und warum “Verfassungspartei”? War sie der verlängerte politische Arm der katholischen Kirche? Handelte es sich um eine rückwärtsgewandte, klerikale Partei oder um ein Bollwerk der Demokratie? Instrumentalisierte die Partei den Antisemitismus, oder schützte sie die Juden davor? Es wird erwartet, dass zur ersten Sitzung die unten angegebenen klassischen Seiten von Huber, Bd. 4 u. 6 bereits gelesen sind, damit wir sogleich in die Diskussion einsteigen und Sie bei einer Interessenerhebung (1. Sitzung) Ihre Meinung und ein informiertes Urteil abgeben können.

Kurs im HIS-LSF

Semester: WiSe 2026/27