„Warum gibt es in den Vereinigten Staaten keinen Sozialismus?“ – mit dieser Frage versuchte der deutsche Soziologe Werner Sombart bereits 1906 die Besonderheiten der US-amerikanischen Gesellschaft im Zeitalter der Industrialisierung zu ergründen. Der Umgang in den USA mit Kapitalismus, sozialer Frage und Konsumgesellschaft sowie die Rolle des Staates dabei sind seit Jahrzehnten auch Gegenstand historischer Forschung. Im Rahmen der Übung beschäftigen wir uns mit dem New Deal als zentrale Phase der Auseinandersetzung mit diesen Themen und Ausgangspunkt einer Phase des liberalen Konsenses in den USA. Beginnend bei den „Progressives“ des späten 19./ frühen 20. Jahrhunderts bis zu Präsident Lyndon B. Johnsons „Great Society“ der 1960er Jahre nehmen wir die Forschungsliteratur zur langen Geschichte der „New Deal Order“ (Steve Fraser & Gary Gerstle) in den Blick. In der Auseinandersetzung mit der Forschung werden wir uns bspw. mit den folgenden Fragen befassen: Wie wird das politische Programm unter Präsident Franklin D. Roosevelt in der US-Geschichte einordnet? Welche Erklärungsansätze für das Aufkommen und das Ende der New Deal-Order existieren? Aus welchen Perspektiven wird der New Deal in der Forschung betrachtet (bspw. Regionalität, Gender/Familie, Class, transatlantische Beziehungen)? Die Bereitschaft zur Arbeit mit englischsprachiger Literatur und Quellen wird vorausgesetzt.
- Lehrende/r: Katharina Isaak