Kaum eine Zeit der mittelalterlichen Reichsgeschichte hat die Forschung so nachhaltig in Atem gehalten wie die Zeit der Ottonen. Ein Reich ohne Staat, dennoch mit einer gezielten Ordnung und einem Universalanspruch, zusammengehalten durch Ritual, symbolische Kommunikation und den Konsens der Eliten. Wie schaffte man es, ein solches Gebilde über Generationen hinweg zu stabilisieren?
Im Mittelpunkt des Proseminars soll nach dem Verständnis der Grundlegungen ottonischer Herrschaft der Fokus auf die beiden letzten Herrscherfiguren der ottonischen Dynastie gelegt werden, die unterschiedliche Antworten auf diese Herausforderungen entwickelten: Otto III., dessen renovatio imperii Romanorum die Möglichkeiten und Grenzen konsensual organisierter Herrschaft erprobte, und Heinrich II., der nach dem Ende der direkten ottonischen Linie neue Formen politischer und sakraler Integration etablierte. Das Seminar führt im propädeutischen Teil in die Techniken, Verfahrensweisen und Grundwissenschaften der Mediävistik ein. Diese Lehrveranstaltung erfordert das Präsentieren eines Referats sowie das Schreiben einer Abschlussklausur. Am Ende soll es durch das Verfassen einer Hausarbeit (10-12 Seiten) absolviert werden.

Kurs im HIS-LSF

Semester: WiSe 2026/27