Das Seminar in Verbindung mit der Übung „Textanalyse und Literaturtheorie” widmet sich der Einführung in die Gattung Dramatik. Dramatische Texte sind mit Blick auf die Aufführbarkeit auf einer Theaterbühne verfasst worden. Diese doppelte Anlage ist eine besondere Herausforderung für die Produzierenden und Rezipierenden von Theatertexten, denn eine Theateraufführung kann sich anderer Zeichen und Medien (z.B. akustischen oder visuellen Medien) bedienen als der schriftlich niedergelegte Text. Dieser Doppelsinnigkeit von Theater-Texten will das Seminar in der Analyse Rechnung tragen. Eine auf die Gattung Drama/Theatertext ausgerichtete Lese- und Analysehaltung wird anhand von dramatischen Texten und dem Besuch von zwei Theateraufführungen erarbeitet. Ein Aufführungstermin ist Donnerstag, der 14.01.27, 18-21 Uhr. Der zweite Aufführungstermin wird im Seminar besprochen. Das dramenanalytische Handwerkszeug wird deshalb um aufführungsbezogene Kategorien erweitert. Dies kann außerdem besonders gut gelingen, wenn ein dramatischer Text selbst theatral erfahrbar wird. Einige Seminarsitzungen finden deshalb auf der Studiobühne statt. Auch für die in diesem Modul geforderte erste literaturwissenschaftliche Hausarbeit nimmt sich das vier-stündige Seminar ausreichend Zeit. Themenfindung, Fragestellung, Methodik, Argumentationsaufbau, literaturwissenschaftliche Arbeitstechniken, Stil und der Umgang mit KI sind Bausteine, die trainiert werden. Wir lesen drei Dramen querbeet durch die Literaturgeschichte, und zwar: Henrik Ibsen: Gespenster; Ödön von Horvath: Kasimir und Karoline; Annette von Droste-Hülshoff: Perdu! oder Dichter, Verleger und Blaustrümpfe; Roland Schimmelpfennig: Laios. Empfehlenswerte fachwissenschaftliche Lektüre zur Vorbereitung und Begleitung im Seminar: Fransiska Schößler, Einführung in die Dramenanalyse, Stuttgart 2017; Benedikt Jeßing, Dramenanalyse, Berlin 2015. Weitere Informationen zu Beginn des Semesters auf über den learnweb-Kurs.
- Lehrende/r: Julia Bodenburg