Eines der Grundziele der Wissenschaft ist es, Erkenntnisse hervorzubringen, die insofern objektiv sind, als sie über bloß subjektive Meinungen hinausreichen. In klassischen Auffassungen der Wissenschaftsphilosophie wird Objektivität vor allem mit möglichst tatsachengetreuen Beschreibungen der Welt durch die Wissenschaften verbunden. Eine weitere, insbesondere durch Max Weber geprägte Konzeption versteht Objektivität als Wertfreiheit: Wissenschaft soll sich demnach auf Tatsachen beziehen und subjektiven Werturteilen keinen Raum geben.

Diese intuitiv plausiblen Auffassungen von Objektivität sind in der Wissenschaftsphilosophie seit mehreren Jahrzehnten Gegenstand kontroverser Debatten. Diskutiert wird nicht nur, ob und in welchem Sinne objektive Erkenntnis möglich ist, sondern auch, wie Objektivität überhaupt zu verstehen und zu konzeptualisieren ist.

Im Seminar werden wir verschiedene Objektivitätsbegriffe aus der Geschichte der Wissenschaftsphilosophie sowie aus aktuellen Debatten anhand ausgewählter Texte erarbeiten, diskutieren und kritisch reflektieren.

Der Seminarplan mit Hinweisen zur Seminarliteratur sowie zu den Anforderungen an Studien- und Prüfungsleistungen wird in der ersten Seminarsitzung bekannt gegeben.

Kurs im HIS-LSF

Semester: WiSe 2026/27