In diesem Seminar steht das Konzept der embodied democracy im Zentrum, und damit die Idee, dass Körperlichkeit für demokratische Prozesse relevant ist. Wir setzen uns mit der Bedeutung des Körpers (bspw. mit der körperlich situierten Wahrnehmung und Erfahrung politischer Wirklichkeit sowie mit non-verbalen Kommunikationsformen und mit der Repräsentationsfunktion von Körpern politischer Akteur*innen) auseinander. Als theoretische Hauptgrundlage dient Amanda Machins Werk Bodies of Democracy. Modes of embodied politics; kurze Auszüge dieses Buches werden um weitere Texte ergänzt. Ein Hauptziel des Seminars besteht darin, die zunächst abstrakt klingende Idee der embodied democracy durch die In-Bezug-Setzung mit Anwendungsfällen greifbar zu machen, wobei diese Anwendungsfälle aus dem Bereich der deliberativen und der direkten Bürger*innenbeteiligung im Nachhaltigkeitskontext stammen. Das Seminar beginnt mit einer einführenden Sitzung, in der zentrale theoretische Grundlagen gemeinsam erarbeitet werden. Zugleich wird hier die individuelle und gruppenbasierte Eigenarbeit geplant, die bis zum Blocktermin stattfinden muss. Diese Eigenarbeit umfasst Selbstexperimente zur eigenen Körperlichkeit in politischen Interaktionen sowie die Analyse aktueller politische Ereignisse und konkreter Beteiligungsformate unter dem Blickwinkel verkörperter Demokratie. Die aktive Auseinandersetzung mit eigenen Erfahrungen und realen politischen Prozessen soll die abstrakten theoretischen Konzepte erfahrbar und reflektierbar machen. Während des Blocktermins präsentieren die Studierenden die Ergebnisse dieser Einzel- und Gruppenarbeiten. Auf dieser Basis wird das Konzept der embodied democracy vertieft und kritisch diskutiert. Nach Abschluss des Seminars können die Studierenden die Relevanz des Körpers bzw. unserer körperlichen Verfasstheit für Demokratie/demokratische Prozesse sowohl theoretisch fundiert erklären, als auch anhand eigener Beobachtungen und Erfahrungen nachvollziehen. Die Studienleistung besteht in der Anfertigung eines Portfolios, das die Ergebnisse der Einzel- und Gruppenarbeit zwischen der Einführungssitzung und dem Blocktermin dokumentiert. Die Prüfungsleistung besteht in einer Hausarbeit nach Maßgabe der Prüfungsordnung. Für Studierende der Allgemeinen Studien besteht die Studienleistung ebenfalls in o.g. Portfolio, die Prüfungsleistung hingegen in einem kurzen Essay (5 Seiten, entspricht 3 LP).

Kurs im HIS-LSF

Semester: ST 2026
ePortfolio: No