Der Standardkurs führt in die Grundlagen deutscher Außen- und Sicherheitspolitik ein. Dies geschieht vor dem Hintergrund der Veränderungen, welche die mit der russischen Aggression gegen die Ukraine am 24. Februar 2022 ausgelöste „Zeitenwende“, aber auch die Rückkehr Donald Trumps ins Amt des US-Präsidenten am 20. Januar 2025 für die europäische und globa-le Sicherheitsordnung bewirken. In einer ersten Sitzung sollen die tektonischen Verschiebungen in der europäischen Sicher-heitsarchitektur betrachtet werden, die aus dem russischen Angriff resultieren – und es sollen Überlegungen angestellt werden, welche Bedeutung die neuerliche Amtszeit Donalds Trumps in diesem Kontext hat. Dem schließt sich die Betrachtung des deutschen außen- und sicher-heitspolitischen Entscheidungs- und Handlungsapparates an. Im Folgenden soll dann untersucht werden, wie Deutschland mit Blick auf die damit verbunde-nen Herausforderungen aufgestellt ist. Dazu soll zunächst auf die historisch gewachsenen und bis heute noch wirkmächtigen Konstanten und Handlungsmaximen deutscher auswärtiger Politik vor 1989 eingegangen werden. In einem weiteren Schritt werden dann die Veränderun-gen vor dem Hintergrund von Wiedervereinigung und neuer globaler Herausforderungen in den Blick genommen. Die Analyse der Praxis deutscher Außen- und Sicherheitspolitik geschieht unter Bezug auf sie-ben zentrale Handlungsfelder: Zunächst wird die deutsche Politik im Rahmen der drei traditio-nell wichtigsten außenpolitischen Bezugssysteme Deutschlands – EU, NATO/transatlantische Beziehungen und Vereinte Nationen – untersucht, um dann das Engagement im Rahmen von Entwicklung und ziviler Krisenprävention sowie die Problematik neuer Anforderungen an die deutschen Streitkräfte im Kontext der Landes- und Bündnisverteidigung zu analysieren. Am Beispiel der Beziehungen zu China soll auch herausgearbeitet werden, ob und inwieweit die wachsende Bedeutung neuer Interessen und (problematischer) Partner Modifikationen der ein-gespielten Handlungsmuster deutscher auswärtiger Politik erforderlich macht. Den Abschluss bilden perspektivische Überlegungen zur künftigen Rolle Deutschlands als ei-ner potenziellen Führungsmacht in einem vom Krieg betroffenen Europa, als Partner in den unter Trump schwieriger werdenden transatlantischen Beziehungen sowie als Akteur in der globalisierten Welt. Der Kurs findet als Blockseminar statt. Dazu findet am Freitag, 17. April 2026 von 13.00 c.t. bis ca. 14.30 Uhr in Hörsaal SCH100.2 eine Einführungsveranstaltung statt, in der nach der Vor-stellung des Seminars auch die Referatsthemen verteilt werden. Das eigentliche Seminar wird dann am 3. Juli 2026 von 14.00 c.t. bis 18.00 Uhr sowie am 4. und 5. Juli 2026 jeweils von 10.00 bis 17.00 Uhr in Raum SCH100.2 durchgeführt. Als Prüfungsleistung ist im Regelfall neben der Seminarteilnahme und einem Referat eine Hausarbeit von ca. 15 Seiten Umfang vorgesehen, die bis Ende des Sommersemesters 2026 vorgelegt werden muss.
- Lehrende/r: Sven Bernhard Gareis