Theater eröffnet Kindern Möglichkeiten, sich selbst, andere und gemeinschaftliche Prozesse handelnd zu erfahren. Als ästhetischer Erfahrungsraum bietet es besondere Zugänge zu Fragen von Mitbestimmung, Perspektivübernahme und Aushandlung – und damit zu zentralen Aspekten von Demokratiebildung in der Grundschule. Das Projektseminar verbindet literarische Sozialisation, kulturelle Bildung und Demokratiebildung in einem konsequent praxisorientierten Format. Ausgehend von theoretischen Grundlagen zu ästhetischem Lernen und demokratischer Bildung entwickeln die Studierenden eigene Theaterprojekte für den schulischen Kontext. Dabei wird Theater nicht als bloßes Ausdrucksmittel verstanden, sondern als strukturierter Lern- und Erfahrungsraum, der professioneller Planung und didaktischer Reflexion bedarf. Im Zentrum des Seminars stehen die Konzeption, Durchführung und Auswertung eines schulischen Theaterprojekts. Die Studierenden erproben theatrale Verfahren, reflektieren ihre ästhetischen und sozialen Wirkungen und setzen sich mit den Herausforderungen auseinander, die sich aus der Arbeit mit heterogenen Lerngruppen ergeben. Theorie und Praxis werden dabei systematisch aufeinander bezogen. Ziel des Seminars ist es, angehende Grundschullehrkräfte zu befähigen, Theaterarbeit als ernstzunehmenden Bestandteil kultureller und demokratischer Bildung zu planen, zu gestalten und pädagogisch verantwortet umzusetzen.
- Lehrende/r: Philipp Kamps