Die Ökumene ist für uns heute von großer Selbstverständlichkeit. Dabei übersieht man leicht, wie jung die Ökumenische Bewegung ist und wie tiefgreifend sich die Haltung der katholischen Kirche zu ihr und ihrem Anliegen – der Wiederherstellung der sichtbaren Einheit der Christen – im Laufe der Zeit verändert hat.
Als die moderne Ökumenische Bewegung zu Beginn des 20. Jahrhunderts unter der Beteiligung protestantischer und orthodoxer Kirchen entstand, reagierte Rom mit deutlicher Ablehnung. Ökumenisches Engagement galt katholischerseits als unzulässig und wurde als Gefahr für die Einheit der (katholischen) Kirche betrachtet. 1928 verurteilte Papst Pius XI. in der Enzyklika Mortalium animos mit scharfen Worten die Bestrebungen der entstehenden Bewegung. Erst das Zweite Vatikanische Konzil (1962-1965) markierte eine Wende: Mit dem Ökumenismusdekret Unitatis redintegratio öffnete sich die katholische Kirche offiziell für die Ökumenische Bewegung. Seither beteiligt sie sich auf vielfältige Weise an ökumenischen Dialogen und hat eigene Impulse zur Förderung der Einheit der Christen gesetzt.
In diesem Proseminar werden wir diesen bemerkenswerten Weg – von der Verurteilung zur Beteiligung – anhand zentraler Quellen und Dokumente nachzeichnen.

Kurs im HIS-LSF

Semester: SoSe 2026
ePortfolio: Nein