Pflege betrifft – früher oder später – nahezu alle. In einer alternden Gesellschaft verschärfen sich jedoch die strukturellen, ökonomischen und moralischen Herausforderungen: Wer trägt Verantwortung? Wie lassen sich Fürsorge und Kosteneffizienz vereinbaren? Und was sagt der Umgang mit vulnerablen Menschen über das Selbstverständnis einer Gesellschaft aus?
Das Seminar widmet sich der Pflege als drängendes ethisches Problem moderner Gesellschaften. Im Zentrum stehen Fragen nach Würde, Gerechtigkeit, Autonomie, Abhängigkeit und sozialer Anerkennung. Dabei wird Pflege nicht nur als praktische Versorgungsleistung verstanden, sondern als grundlegende Form menschlicher Sorgebeziehungen, die anthropologische, sozialethische und politische Dimensionen berührt.
Wir diskutieren klassische und aktuelle Ansätze der Ethik – u.a. Care-Ethik, deontologische und utilitaristische Positionen, Gerechtigkeitstheorien sowie tugendethische Perspektiven – und prüfen ihre Tragfähigkeit angesichts von Ressourcenknappheit, Ökonomisierung und demographischem Wandel.
- Lehrende/r: Anna Blundell