Vom Salon zur globalen Biennale. Zur Geschichte, Theorie und Praxis der Kunstausstellung Das Ausstellungsgeschehen der Gegenwartskunst hat sich im Zuge globaler Zirkulations- und Rezeptionsprozesse stark ausdifferenziert. Parallel hierzu hat sich ein vielschichtiger theoretischer und kuratorischer Diskurs herausgebildet, der Ausstellungen nicht mehr allein als Präsentationsform von Kunstwerken versteht, sondern als komplexes Dispositiv, in dem Wissensordnungen, Machtverhältnisse, Öffentlichkeiten und ästhetische Erfahrungen verhandelt werden. Kuratorische Praxis erscheint dabei zunehmend als reflexive, experimentelle und auch interventionistische Form kultureller Produktion. Unter Einbindung der Manifesta 16 Ruhr, die ab dem 21. Juni 2026 in zwölf leerstehenden Nachkriegskirchen in vier Gastgeberstädten des Ruhrgebiets (Duisburg, Essen, Gelsenkirchen und Bochum), widmet sich die Übung der Gattungsgeschichte der Kunstausstellung seit dem frühen 19. Jahrhundert. In enger Verbindung von theoretischer Lektüre, gemeinsamer Diskussion und Tagesexkursionen zu den Ausstellungsorten der Manifesta werden historische und gegenwärtige Ausstellungskonzepte analysiert und vergleichend eingeordnet. Im Zentrum stehen dabei unter anderem die Vervielfältigung zyklischer Großausstellungen, die Entwicklung der globalen Kunstbiennalen sowie die Herausbildung des Kuratorischen als eigenständige kulturelle Praxis und Theorie. Ergänzend werden Fragen der Institutionskritik, der Partizipation, der Konstruktion von Betrachter:innenrollen sowie der Ortsspezifik von Ausstellungen diskutiert. Einzelne Sitzungen erfolgen zudem in Kooperation mit dem Westfälischen Kunstverein Münster.

Kurs im HIS-LSF

Semester: ST 2026
ePortfolio: No