Die Weimarer Republik (1919–1933) war eine Epoche tiefgreifender politischer, sozialer und kultureller Umbrüche. Zwischen demokratischem Aufbruch, ökonomischen Krisen und gesellschaftlicher Polarisierung entfaltete sich eine außerordentlich produktive und experimentelle Kunst- und Kulturszene, in der neue ästhetische Formen, soziale Sensibilitäten und politische Reflexionen sichtbar wurden. Das Seminar widmet sich zentralen künstlerischen Strömungen und exemplarischen Positionen dieser Zeit – darunter Expressionismus, Dada, Bauhaus und Neue Sachlichkeit sowie singuläre künstlerische Haltungen –, die den kulturellen Reichtum der Weimarer Republik ebenso dokumentieren wie die Vorzeichen ihres Scheiterns. Im Fokus stehen die Wechselwirkungen von Kunst, politischer Kultur und gesellschaftlichem Reformgeist sowie die Frage nach der Rolle von Künstler:innen in Zeiten demokratischer Fragilität. Besonderes Augenmerk gilt den noch jungen Medien Fotografie und Film, die das visuelle Ausdrucksspektrum der Moderne nachhaltig erweiterten, ebenso wie Themenfeldern wie Urbanisierung, Massenkultur, Körper- und Geschlechterbilder, Arbeit und soziale Ungleichheit. Ziel des Seminars ist es, die Weimarer Republik als Schlüsselphase der Moderne kritisch zu analysieren und ihre ästhetischen wie medialen Innovationen im Spannungsfeld von Aufbruch und Abgrund zu reflektieren.
- Lehrende/r: Ursula Frohne