Das Hauptseminar behandelt die Rezeption und Transformation zentraler Motive des Platonismus in der Geschichte des christlichen Denkens. Ausgehend von Grundfiguren platonischer Metaphysik – insbesondere dem Verhältnis von sinnlich Wahrnehmbarem und intelligibler Wirklichkeit, von Einheit und Vielheit, Teilhabe, Transzendenz und dem Guten – werden wesentliche Stationen ihrer theologischen Aneignung untersucht. Im Mittelpunkt stehen die frühchristliche Rezeption, augustinische und neuplatonische Vermittlungen sowie ihre Weiterwirkungen im mittelalterlichen und neuzeitlichen Denken. Besonderes Augenmerk gilt dabei dem systematischen Spannungsverhältnis zwischen platonischer Ontologie und dem christlichen Gedanken der Inkarnation. Das Hauptseminar verbindet ideengeschichtliche Perspektiven mit systematischen Fragestellungen und zielt auf ein vertieftes Verständnis der bleibenden Präsenz platonischer Denkformen im Christentum.

Kurs im HIS-LSF

Semester: ST 2026
ePortfolio: No