Das Achämenidenreich (ca. 550–330 v. Chr.) war das erste Großreich der Weltgeschichte, das von der Ägäis bis zum Indus reichte. Unter Königen wie Kyros II., Dareios I. und Xerxes I. entstand eine Herrschaft, die durch administrative Innovation, ideologische Integration und kulturelle Vielfalt geprägt war. Das Seminar untersucht die politischen, administrativen und gesellschaftlichen Strukturen dieses Reiches, seine Kommunikations- und Repräsentationsformen sowie die Wahrnehmung des Perserreichs in den griechischen Quellen. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf Kleinasien als westlichem Reichsgebiet: Hier lassen sich Prozesse der Integration, Akkulturation und Interaktion zwischen Persern, Griechen und lokalen Bevölkerungen besonders anschaulich nachvollziehen. Themen wie das Satrapiensystem, die Rolle von Sardeis und Daskyleion, die griechischen Städte unter persischer Herrschaft sowie Aufstände und Loyalitäten bieten konkrete Fallstudien zur Funktionsweise imperialer Macht. Das Seminar kombiniert literarische, epigraphische und archäologische Quellen mit aktuellen theoretischen Ansätzen zur Erforschung vormoderner Imperien. Ziel ist es, das Achämenidenreich als komplexes, dynamisches Herrschaftsgebilde jenseits griechischer Stereotype zu verstehen.
- Lehrende/r: Michael Blömer