Das Seminar bietet eine Einführung in die Soziologie des Gefängnisses und des Strafvollzugs. Nach einer Vorstellung zentraler Strukturen und Kennzahlen des Gefängnissystems in Deutschland und Nordrhein-Westfalen wird die gesellschaftliche Funktion des Gefängnisses und seine Grenzen im Hinblick auf General- und Spezialprävention thematisiert. Das Seminar bezieht zudem zentrale quantitative Daten ein, um Unterschiede und Gemeinsamkeiten von Strafvollzugssystemen im internationalen Vergleich analysieren und einordnen zu können. Aufbauend auf zentralen theoretischen Ansätzen der Gefängnissoziologie, insbesondere der Prisonisierung (Clemmer) und dem Konzept der totalen Institution (Goffman), richtet sich der Fokus auf die Realitäten des Haftalltags. Dabei werden soziale Interaktionen im Gefängnis, die Rolle der Vollzugsbediensteten sowie die Herstellung von Ordnung, Macht und Kontrolle im Strafvollzug analysiert. Ergänzend behandelt das Seminar spezifische Formen des Gefängnisses, etwa den Frauenvollzug oder den Strafvollzug im Kontext der Terrorismusbekämpfung. Das Seminar ist diskussions- und forschungsorientiert angelegt und verbindet theoretische Inputs mit der gemeinsamen Diskussion ausgewählter wissenschaftlicher Texte sowie punktuell mit der Arbeit an quantitativen Daten und internationalen Vergleichen.
Die Ergebnisse der Seminarplatzvergabe sind auf der Homepage der Soziologie zu finden:
https://www.uni-muenster.de/Soziologie/
- Lehrende/r: Elise Sophie Gerard
- Lehrende/r: Joachim Renn