Die Übung widmet sich den aktuellen Forschungsdebatten über den Charakter und die Folgen römischer Herrschaft in den Provinzen. Während ältere Forschung „Romanisierung“ oft als zivilisatorischen Fortschritt interpretierte, betonen neuere Ansätze die Ambivalenz und Gewaltförmigkeit imperialer Expansion. Unter dem Titel The Dark Side of the Empire werden zentrale theoretische und methodische Positionen der letzten 25 Jahre diskutiert, die sich mit kulturellem Wandel, Identität, Akkulturation, Macht und Widerstand im Imperium Romanum auseinandersetzen. Im Zentrum stehen ausgewählte englischsprachige Beiträge, die u. a. postkoloniale, globalgeschichtliche und material culture-Ansätze in die Diskussion um Romanisierung und römischen Imperialismus einführen. Die Texte werden gemeinsam kritisch gelesen und diskutiert, um die Vielfalt aktueller Forschungsparadigmen kennenzulernen und zu bewerten. Voraussetzung für die Teilnahme ist die Bereitschaft, wöchentlich anspruchsvolle englischsprachige Fachtexte sorgfältig zu lesen und aktiv in die Diskussion einzubringen
- Lehrende/r: Michael Blömer