„Verschaltungen legen uns fest. Wir sollten aufhören, von Freiheit zu reden“, erklärte der Neurowissenschaftler Wolf Singer 2004 in einem Beitrag für die FAZ. Die Frage, ob der Mensch tatsächlich frei entscheiden und handeln kann oder ob sein Verhalten letztlich determiniert ist, zählt zu den zentralen und meistdiskutierten Themen der Philosophie. Während heute vor allem natürliche Prozesse, wie die von Singer beschriebenen neuronalen Verschaltungen, die Vorstellung menschlicher Freiheit herausfordern, stand in früheren Zeiten insbesondere die Vereinbarkeit von menschlicher Freiheit und göttlicher Allmacht im Mittelpunkt der Debatte. Das Seminar widmet sich klassischen wie modernen Positionen zur Willensfreiheit im Spannungsfeld von Theologie, Naturwissenschaft und Philosophie. Dabei werden unter anderem folgende Fragen behandelt: Wie lässt sich Freiheit mit göttlicher Allmacht vereinbaren? In welchem Verhältnis stehen Freiheit und Natur? Welche Bedeutung haben aktuelle naturwissenschaftliche Erkenntnisse für das Freiheitsverständnis?

Kurs im HIS-LSF

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