In der Wissenschaft sind Vereinfachungen, Abstraktionen und Idealisierungen von Daten notwendig. Inwieweit sind diese tolerabel? Am Beispiel der Neurowissenschaft argumentiert Chirimuuta, dass es auch Fälle geben kann, in denen der Untersuchungsgegenstand so komplex ist, dass die üblichen Praktiken in der Wissenschaft scheitern. Wie können wir erkennen, dass eine wissenschaftliche Erklärung scheitert, weil sie den Untersuchungsgegenstand falschdarstellt? Welche Alternativen gibt es? Ist „schlechte“ bzw. unpräzise Wissenschaft besser als keine Wissenschaft? Welche Konsequenzen hätte Chirimuutas Kritik, wenn sie berechtigt ist, für eine philosophische Untersuchung des Geistes? Mit diesen und anderen Fragen werden wir uns bei der Lektüre von „The Brain Abstract“ beschäftigen.
- Lehrende/r: Lucia Oliveri