Unter „doxastischem Voluntarismus“ versteht man die These, dass die Überzeugungen einer Person ihrer will¬lent¬lichen Kontrolle unterliegen. Die kontrovers geführte Debatte hat gezeigt, dass die These in mehreren Hin¬sich¬ten präzisiert werden muss, um überhaupt diskutierbar und beurteilbar zu sein. Um welche Arten von do¬xas¬tischen Einstellungen geht es? Um welche Arten von (direkter oder indirekter) Kontrolle geht es? Welcher Grad von Kontrolle ist erreichbar? Die Klärung und Beantwortung dieser Fragen hat weitreichende Konse¬quen¬zen für die allgemeine Erkenntnistheorie, für die Ethik des Meinens („ethics of belief“), für das Programm der Aufklärung und für das Verständnis des religiösen Glaubens (Verhältnis von faith und belief). In dem Seminar analysieren und erörtern wir Schlüsselbeiträge zu der Debatte. Die Literatur wird in der ersten Sit¬zung vorgestellt. Zur Vorbereitung: Artikel „Doxastic Voluntarism“ in der Stanford Encyclopedia of Philo¬so¬phy (im Internet frei zugänglich unter der URL: https://plato.stanford.edu/entries/doxastic-voluntarism/). Teilnahmevoraussetzungen: gute Vorkenntnisse in der allgemeinen Erkenntnistheorie (z.B. durch die Grund-kurs-Vorlesung); Bereitschaft zur Übernahme eines texteinführenden Referats.
- Lehrende/r: Martin Hoffmann
- Lehrende/r: Oliver Robert Scholz