Sei es in Christian Bauers Konzept der „Küchentischtheologie“, das alltagsnahe Formen theologischer Erkenntnis hervorhebt, oder in Judith Könemanns genderorientierter Pastoraltheologie, die pastorales Denken im Spannungsfeld geschlechtlicher Differenz und gesellschaftlicher Machtverhältnisse neu verortet: Pastoraltheologie zeigt sich als genuin kontextuelles Unternehmen innerhalb der Praktischen Theologie. Im Fokus steht dabei die Frage, wie sich theologische Reflexion in unterschiedlichen sozialen, kulturellen und biografischen Kontexten artikuliert und wie diese Kontexte selbst zu hermeneutischen Räumen theologischer Sinnbildung werden. Das Hauptseminar führt in die methodologischen und epistemologischen Grundkategorien einer kontextuellen Pastoraltheologie ein. Es eröffnet einen analytischen Zugang zur Wechselbeziehung von Praxis, Erfahrung und theologischer Theorie. Ziel ist es, die Studierenden zu einer kritisch-reflexiven Bestimmung und verantworteten Positionierung ihres eigenen theologischen Standpunkts zu befähigen.

Kurs im HIS-LSF

Semester: ST 2026
ePortfolio: No