Neben der sogenannten klassischen Ökumene, also der Begegnung und Zusammenarbeit christlicher Kirchen auf dem Weg zu einer sichtbaren Einheit im Glauben, hat sich in den vergangenen Jahrzehnten eine weitere Zusammenarbeit christlicher Kirchen entwickelt, die vor allem auf gemeinsamen Feindbildern beruht. Diese "Ökumene des Hasses" (Antonio Sparado) verbindet auch Kirchen und Gemeinschaften, die sich nach den Kriterien der klassischen Ökumene - zum Beispiel dogmatischen, ekklesiologischen oder sakramententheologischen Kriterien - nicht als Kirchen anerkennen. Viele von ihnen kritisieren die ökumenischen Bemühungen ausdrücklich und betonen gleichzeitig, dass alle christlichen Kirchen gegen die Anfechtungen von Liberalismus und Säkularismus gemeinsam handeln müssen. Als besonders konfessionsverbindendes und mobilisierendes Feindbild gilt die sogenannte "Gender Ideologie", die gleichzeitig auch die Netzwerke zu demokratiefeindlichen und rechten Bewegungen stärkt. Das Hauptseminar analysiert Akteure, Argumente und Funktionsweisen dieser alternativen Ökumene sowie die Verbindungen und Abgrenzungen zu den etablierten ökumenischen Beziehungen etwa im Ökumenischen Rat der Kirchen, den bilateralen Dialogen der katholischen Kirche oder der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland.

In addition to what is known as classical ecumenism, i.e., the encounter and cooperation of Christian churches on the path to visible unity in faith, another form of cooperation between Christian churches has developed in recent decades, based primarily on shared enemy images. This “ecumenism of hatred” (Antonio Sparado) also unites churches and communities that do not recognize each other as churches according to the criteria of classical ecumenism—for example, dogmatic, ecclesiological, or sacramental-theological criteria. Many of them explicitly criticize ecumenical efforts and at the same time emphasize that all Christian churches must act together against the challenges of liberalism and secularism. The seminar analyzes the actors and arguments of this alternative ecumenism as well as the connections and distinctions to established ecumenical relationships, for example in the World Council of Churches, the bilateral dialogues of the Catholic Church, or the Working Group of Christian Churches in Germany.

Kurs im HIS-LSF

Semester: SoSe 2026
ePortfolio: Nein